Louies Geschichte
Vom Streuner zum Kämpfer
Vom Streuner zum Familienmitglied
Hallo, mein Name ist Louie, ich bin 2 Jahre alt — und heute möchte ich euch meine Geschichte erzählen.
Im September 2024 war ich noch ein Streuner, den niemand bei sich haben wollte. Doch dann fand ich meine Menschen. Heute lebe ich mit meiner Familie und zwei Kindern in einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz. Hier habe ich ein Zuhause gefunden, in dem man mir Liebe und Sicherheit schenkt.
Ich bin ein kleiner Chaot, der bislang alle Herzen im Sturm erobert hat. Ich liebe die Natur — und alles Essbare. Meine Menschen müssen wirklich alles vor mir verstecken.
Es sind die, die nichts besitzen, die uns all das geben, was unbezahlbar ist.
Der Albtraum beginnt
Bis Freitag, den 17. April 2026, war mein Leben wunderbar. Doch in der Nachbarschaft treibt sich ein Kater herum, der es auf mich abgesehen hat. Mehrmals täglich lauerte er mir auf und verfolgte mich, sobald er mich sah.
Meine Familie suchte das Gespräch mit seinen Haltern, immer wieder, und schlug Lösungen vor. Ohne Erfolg. Sowohl ich als auch meine Besitzerin, unsere Mitbewohner-Katze Söckchen und sogar Kinder aus der Nachbarschaft wurden bereits von dem Tier gebissen. Mich traf es am häufigsten — ich bin nicht besonders geschickt im Davonlaufen.
Bissverletzungen heilten unter Antibiotika bislang immer gut ab. Bis zu diesem Tag.
Der fatale Angriff
An jenem Freitag genoss ich wie immer meinen Freigang und sonnte mich auf unserer privaten Terrasse. Plötzlich kam unser Nachbarskater um die Ecke und ging auf mich los. Es gab keine Möglichkeit zu entkommen.
Meine Menschen gaben alles, um mich aus dieser Situation zu retten. Ich floh auf die Terrasse einer Nachbarin — doch der Angreifer biss mich so schwer, dass ich seitdem nicht mehr weiß, ob ich all das überleben werde.
Noch am selben Abend fuhren wir in die Tierklinik. Ich hatte 40,8 °C Fieber und mehrere Bissverletzungen. Mit Medikamenten ging das Fieber leicht zurück, ich durfte zunächst wieder nach Hause.
Rückschläge und Not-Operationen
Was als „glimpflich" begann, wurde zu einem Kampf um mein Leben:
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Sa
18.04.Trügerische Ruhe
Mein Zustand wirkt stabil. Ich bin müde, aber esse wieder.
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So
19.04.Es geht bergab
Hohes Fieber, starke Schmerzen. In der Klinik kommt unter dem Fell ein riesiges Hämatom an meiner Rute zum Vorschein. Ich bleibe stationär, werde über einen Venenzugang versorgt.
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Di
21.04.Erste große OP — ca. 4 Stunden
Ein Abszess ist in den Enddarm gewandert und dort geplatzt. Es muss operiert werden:
- Loch im Enddarm versorgt, Teile entfernt
- Rute amputiert — sie war nicht mehr zu retten
- Nekrotisches Gewebe am Bein entfernt
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Mi
22.04.Erste Hoffnung
Ich habe Hunger, esse, alles sieht gut aus. Für Freitag wird die Entlassung nach Hause geplant.
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Fr
24.04.Schock — und zweite OP
Bei der täglichen Untersuchung sieht die Tierärztin: die Naht ist aufgegangen. Auch die innere Wunde hat sich erneut geöffnet — eine zweite Perforation. Sofortige Operation.
Meine Familie muss eine Entscheidung treffen, vor der niemand stehen will: mir noch einmal eine Chance geben — oder mich gehen lassen. Sie geben mir die Chance. Solange ich nicht leide.
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jetzt
Louie kämpft
Die OP ist gut verlaufen. Doch das Risiko, dass die Wunden erneut aufgehen, ist hoch. Ich muss in der Klinik bleiben — und kämpfen. Meine Familie kämpft mit mir.
Eine schwere Entscheidung — und ein Hilferuf
Über Geld mache ich mir als Kater natürlich keine Gedanken. Aber meine Menschen schon. Sie setzen alles daran, dass ich die bestmögliche medizinische Behandlung bekomme — auch wenn sie nicht wissen, wie sie das alles bezahlen sollen.
Die Halter des angreifenden Katers wollen meiner Familie nicht helfen. Sie weisen jede Verantwortung von sich und verstehen nicht einmal, warum man mich überhaupt in eine Tierklinik gebracht hat.
„Es ist doch nur eine Katze." Für seine Familie ist Louie kein nur.
Er ist ein Familienmitglied — für das man kämpft.
Zum Zeitpunkt der zweiten OP lagen die Tierarztkosten bei rund 7.000 € — sie steigen weiter, denn ich muss in der Klinik bleiben. Die Familie hat nicht die Mittel, die Kosten zivilrechtlich gegen die Halter des Angreifers einzuklagen.
Vielleicht seid ihr so lieb und greift meiner Familie unter die Arme. Sie wird es jeder und jedem von euch danken. Und bis dahin drückt mir all eure Pfoten — äh, Daumen — die ihr habt, dass ich schnell wieder gesund werde und all das hier überlebe.
Bis dann,
Euer Louie
* Eine finale Rechnung liegt noch nicht vor — sie wird erst ausgestellt, wenn Louie entlassen wird. Den aktuellen Stand findet ihr unten in der Übersicht.